Hollywood auf Phi Phi Island

Extrem schlechte Presseberichte in den thailändischen Medien lenkten in den letzten Monaten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Insel Phi Phi und den Film „The Beach". Twentieth Century Fox begann die Vorbereitungen für die Dreharbeiten zum Film letztes Jahr im November auf der Insel Koh Phi Phi Ley. Die Vorbereitungen beinhalteten unter anderem das Sammeln und Entsorgen von ungefähr 3 Kubikmeter Müll. Gerüchte wußten dann aber zu berichten, daß die Filmcrew den Strand der Maya Bucht auf verheerende und dauerhafte Weise veränderten. Gerüchteweise wurde auch ein Kai gebaut, Bootsstege versenkt, Korallen zerstört und die landschaftliche Schönheit der Insel Loh Samah, einem bekannten Platz für Schnorchler.

Robert Cogen betauchte die Phi Phi Inseln vor 15 Jahren zum ersten Mal. Die Strände beider Inseln waren zu dieser Zeit reich an Muschelschalen und das Meer wie das Wasser eines großen Aquariums, gefüllt mit einer atemberaubender Anzahl von Korallen und Fischen. Es gab nur wenige Touristen, zwei Bungalowanlagen mit einem Restaurant zierten die Landenge von Phi Phi Don. Es gab keine Hotels, Bars, T-Shirt und Schmuckgeschäfte, noch nicht einmal einen Pier. Nur vereinzelt machten sich Touristen mit Longtailbooten auf den Weg, um die versteckten Höhlen von Phi Phi Ley oder die Viking Höhle zu erkunden oder einen Tauchgang im kristallklaren Wasser zu machen. Robert war überwältigt von der Schönheit der Maya Bucht. Viele Male wanderte er den sich windenden Pfad über den Strand, durch das sich verengende Tal zur Loh Samah Bucht und glitt durch das Loch in den Felsen ins Wasser, um dort zu schnorcheln. Er dachte dann und glaubt es auch noch heute, daß dies einer der schönsten Plätze auf dieser Erde sein muß.

Über die Jahre haben wir beobachtet, wie die Korallen beschädigt wurden, Raubabbau bei der Fischerei betrieben wurde und die Beschädigungen und Abnutzungserscheinungen der Umwelt, die eine Ergebnis der stark angestiegenen Besucherzahlen sind. Aufgrund dieser Ereignisse und dem gemeinsamen Bedenken über diese Entwicklung haben sich beide Autoren dazu entschlossen, nationale Koordinatoren bei Reef Check zu werden, einem Programm, das weltweit die Korallenriffe beobachtet. Reef Check überprüft die Gesundheit der Korallenriffe weltweit, hauptsächlich unter Zuhilfenahme von Freiwilligen, arbeitet daran, daß die Öffentlichkeit ein besseres Verständnis für den Wert der Korallen bekommt und aufgeklärt wird über die Gefahren und Bedrohungen der Korallen. Dazu arbeiten sie an möglichen Lösungen für Probleme, die die Gesundheit der Korallenriffe bedrohen. Reef Check bietet einfach zu erlernende Techniken an, die in Trainingsprogrammen erlernt werden können. Anne Miller, Mitarbeiterin von Reef Check hier in Phuket, hat zusammen mit dem Phuket Marine Biological Center, welches Thailands Korallenriffe schon seit langer Zeit beobachtet, wissenschaftlich fundierte Ergebnisse erbracht, die einen guten Vergleich mit Korallenriffen anderer Meere erlauben.

Maya Bay und Loh Samah sind zwei der Gebiete, die ständig beobachtet werden. Aus diesem Grund waren wir sehr besorgt, wenn wir von den Dreharbeiten zu dem Film „The Beach" hörten. Anfang Dezember hatte Robert eine Gelegenheit sich mit eigenen Augen ein Bild der Lage zu verschaffen. Auf der Insel Loh Samah sind bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Arbeiten ausgeführt worden, aber der Strand der Maya Bucht hatte sich sehr verändert. Müll und Abfall sind verschwunden. Nicht nur am Strand, sondern auch im Wasser. Ein Gehsteig ist errichtet worden und ungefähr ein Viertel des Unterholzes waren entfernt. Alle größeren Büsche, Feigen und Hibiskussträucher waren immer noch dort, wo sie natürlich gewachsen sind. Straff gespannte Seile entlang des Gehsteigs hielten Schilder, die dazu aufforderten, auf dem Weg zu bleiben und nicht ins Unterholz zu laufen. Weiter hinten auf der Insel war eine hölzerne Plattform und Stufen zu einer kleineren Plattform an dem Loch in den Felsen, das zu dem beliebten Schnorchelgrund führt, errichtet worden. Auf einer Seite waren chemische Toiletten, nirgends war eine Plastiktüte oder ein Zigarettenstummel zu sehen. Alle Bauten waren durchdacht geplant, so daß sie ohne Probleme komplett zu entfernen waren. Es würde kein Nagelloch oder Seilmarkierungen an einem Baum zurückbleiben. All das Treibholz, das schon seit Jahren am Strand liegt, war immer noch dort und ist so belassen worden, wie es ursprünglich vorgefunden wurde. Robert dachte sich dabei, daß das ganze Gebiet besser aussah als in den Jahren davor. Übrigens, Büsche und Grassoden die entfernt wurden, wurden in einer Gärtnerei auf der Insel gepflegt, um sie später wieder an die alten Plätze zu pflanzen.

In den letzten Januartagen sind mehrere Geschichten über die Beschädigung von Korallen, Erdbewegungen und, am allerschlimmsten, dem Anpflanzen von Kokosnußpalmen aufgekommen. So besuchten wir die Insel noch einmal. Ein großer Lastkahn, ähnlich einem Hausboot ankerte vor der Insel Loh Samah. Mehr als ein halbes Dutzend Seile führten in allen Richtungen zu Ankern. Zwei große Katamarane lagen längsseits vertäut. Der Lastkahn war mit dem Festland durch einen schwimmenden Steg verbunden, der bis zu der Plattform führte, die Robert schon im Dezember aufgefallen war. Wir überprüften jeden Anker und jeder einzelne davon war im Sand gesetzt. Nicht eines der Seile berührte auch nur eine Koralle. Keine der Korallen sah beschädigt aus, Tatsache ist, daß die Korallen gesünder wirkten als bei unserem Besuch im Dezember. Robert fragte nach und ihm wurde mitgeteilt, daß die Katamarane, die aus Malaysia gekommen sind, keine Toilettenabfälle über Bord pumpen. Alle Abfälle wurden an Bord gelagert uns später fachgerecht entsorgt, ganz im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der lokalen Boote, die ihre Abfälle meistens einfach über Bord gehen lassen. Eine große Schule von Fischen hielt sich unter dem Lastkahn auf und genossen den Schatten, den dieser warf. Das Wasser war voll mit kleinen Quallen, die sich um diese Jahreszeit bis hinauf nach Ranong verstärkt in dem Küstengewässern aufhalten. Neue Bojen mit Sandankern haben auch diese ersetzt, die vorher einfach mit Seilen an Korallenblöcken angebunden waren und diese so beschädigten.

Bei einem Besuch des Strandes bemerkten wir auch, daß alle Plattformen und Treppen so konstruiert waren, daß sie der Landschaft minimalsten bis gar keinen Schaden zufügten. Seile und Schilderverhinderten, daß Menschen Zugang zu den umliegenden Land hatten. Auch diese Bauten waren wieder wohldurchdacht. Das Gebiet hinter dem Strand war so wie es Robert im Dezember vorgefunden hatte. Am Strand selber stand nun ein Wald von sechzig Kokosnußpalmen. Jeder der Bäume hatte seinen Wurzelballen immer noch in einem Sack verpackt, bewässert durch Plastikrohre, und auf diese Art und Weise sind die Bäume am Ende der Dreharbeiten sehr einfach wieder zu entfernen. Keine neuen Büsche sind entfernt worden, in zwei Gebieten wurde Sand dergestalt zur Seite gebracht, daß er nach Ende der Dreharbeiten einfach wieder zurückgebracht werden konnte.

Robert wanderte das Ufer entlang, dann den Gehsteig um Annes Beobachtungen zu überprüfen und wunderte sich dabei über die Demonstrationen in Bangkok und warum „The Beach" das Ziel all dieser Angriffe der Umweltschützer war. Wir sind uns sicher, daß keiner der Demonstranten jemals die Insel Phi Phi Ley gesehen hat.

Wenn sie genügend bedenken haben um eine Koalition aus mehreren Umweltschützergruppen zu bilden, warum beschweren sie sich dann nicht über das Dynamitfischen auf den Similan Inseln, den Netzen, die die flachen Riffe der umliegenden Inseln bedecken, die Ausplünderung der Felsen vor Phi Phi Don, wo alle Baby Schwarzspitzenhaie gefangen wurden, um in den lokalen Restaurants als Mahlzeiten serviert zu werden. Warum beschweren sie sich nicht über die Einleitung von Toilettenabfällen durch Boote, die die Wasserqualität vor beiden Inseln verschlechtern. Welchen der vielen Berichte über den Film „The Beach" und seinen Einfluß auf die natürlichen Schönheiten der Inseln Phi Phi Ley und Loh Samah Sie glauben schenken wollen, ist Ihnen überlassen. Aber wenn Sie sich tatsächlich ein eigenes Urteil bilden wollen, gehen Sie selber hin und schauen nach.

Anne Miller und Robert Cogan sind die Direktoren von „In Depth Adventure", eine Firma, die Wissenswertes und Ausbildung zu dem Thema Öko-Tourismus bietet. Sie unterrichten „Reef-World", eine Serie von Ausbildungskursen über das Leben im Korallenriff und sind die nationalen Koordinatoren von Reef Check Thailand.
Für mehr Informationen fragen Sie bitte nach unter Telefon: (076) 383 105, Fax: (076) 263 286 oder E-mail: ecoanne@loxinfo.co.th Für detailliertere Informationen über das Programm und die Ziele von Reef Check besuchen Sie bitte die Webseite: www.reefcheck.com


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